Noch ein paar Dinge erledigen

Irgendwann im Januar brauche ich den neuen Führerschein. Es wurde Zeit, mich darum zu kümmern. In Bergheim, das ist unsere Kreisstadt, hörte ich, dauert das »ewig«. Ich wurde schon kribbelig, weil ich mir wieder mal zu viel Zeit gelassen habe. Auch die Ummeldung meiner Frau war noch nicht passiert. Wenigstens mal EIN Thema, bei dem ich nicht gnadenlos hinten lag. Wie zum Beispiel bei den regelmäßigen Zahnarztbesuchen. Über meine Zähne dürfte ich mich nicht beklagen. Sie haben ihre Vernachlässigung über Jahrzehnte nicht verübelt. Nun rächt sich das aber doch. Und meine Frau? Tja, die hat immer schön ihre Punkte der Krankenkasse gesammelt und kennt so etwas wie Zahnschmerzen überhaupt nicht.

Führerschein

Heute habe ich die Ummeldung also endlich erledigt und wollte die meiner Frau gleich miterledigen. Nun, das ging leider nicht, weil bei diesem Prozess quasi drei Liveunterschriften geleistet werden müssen. Also habe ich für sie einen neuen Termin vereinbart. Und siehe da: er ist heute Nachmittag um 17:40 Uhr. Da geht also doch was. Jedenfalls hier in Bedburg.

Das Betreten des Rathauses geht nur mit FFP2-Maske. Man braucht einen Impfnachweis oder einen Test. Ein mittelalter Mann wurde am Eingang abgewiesen, weil er nur eine einfache OP-Maske trug, ein anderer hatte seinen Impfpass und sein Smartphone nicht dabei. Der eine war eindeutig sauer und ging schimpfend von dannen, der andere, ein älterer Herr, meinte, es sei sein Fehler, deshalb müsse er halt noch einmal wiederkommen.

Die Formalitäten in Bezug auf meinen Führerscheinumtausch waren rasch erledigt. Ich habe so ein Übergangsdokument erhalten, damit ich jetzt nicht ohne Führerschein fahren muss. Damit kann ich nicht ins Ausland und auch keinen Leihwagen mieten. Damit kann ich leben. Und in ein paar Wochen bekomme ich ja meinen neuen Führerschein per Post zugeschickt. Der Verwaltungsakt kostete übrigens so um die 40 Euro, die ich per EC-Karte bezahlt habe.

Am Donnerstag werde ich geboostert. Meine Frau ist auch dabei schneller gewesen. Eigentlich hatte sie einen Termin für Februar erhalten. Da sich die Sache mit der neuen Virus-Variante aber so schnell entwickelt, war es ihr lieber, früher die Booster-Impfung zu erhalten. Die Nachfrage bei ihrem Arzt war erfolgreich. Hier in unserem Städtchen haben inzwischen zahlreiche Sonderimpftermine stattgefunden. Wir empfinden es als geradezu vorbildlich, wie sich Bürgermeister und die ansässigen Hausärzte miteinander für dieses Ziel engagiert haben. Da gibt echt gar nichts zu meckern. Ganz im Gegenteil.

In dieser Woche (vielleicht Samstag) steht die Beschaffung unseres Weihnachtsbaums auf dem Programm. Leider haben wir heute erfahren, dass unser sauerländischer Weihnachtsbaumverkäufer in diesem Jahr nicht mehr hier ist, so dass wir auf einen anderen ausweichen müssen. Das ist sehr schade. Wir beide fanden den Mann, von dem wir erst im letzten Jahr erfahren haben, dass er auch Schulte heißt, sehr sympathisch. Wir haben jedes Jahr eine ganze Zeit lang mit ihm zusammengestanden und über alle möglichen Dinge palavert. Komisch, dass wir seinen Namen erst nach so vielen Jahren erfahren haben. Die Familie meines Vaters stammt übrigens aus dem Sauerland. Dort ist wohl die höchste Population von Schultes weltweit zu finden.

Der Supermarkt, vor dem Herr Schulte seit vielen Jahren seine schönen Nordmanntannen verkaufte, geht bald in neue Hände über. Außerdem wurde das kleine Hotel, in dem er sonst übernachtete, inzwischen aus Altersgründen (oder wg. Corona?) geschlossen. Davor war er schon mal gezwungen seine Übernachtungsadresse zu ändern. Auch das erste Hotel/Restaurant, in dem er wohnte, war vor Jahren geschlossen worden. Dort haben wir (meine Frau und ich) übrigens geheiratet und so manches schöne Fest mit unserer vergleichsweise doch sehr großen Familie gefeiert. Nun, inzwischen ist die Familie nicht mehr so groß. Die meisten leben nicht mehr und der Kontakt mit Vettern und Cousinen ist zum Teil völlig eingeschlafen. Und das, obwohl wir nicht weit voneinander entfernt wohnen.

Musik für die grauen Tage

Dieser Tage kam meine Jahresplaylist von Spotify an. Ich muss konstatieren, dass demnach meine Gefühlslage zwischen fröhlich und melancholisch schwankt. Bei dem Wetter kann man doch nicht fröhlich sein. Wenn man dann noch dazu nimmt, welchen Aussichten wir für die nächsten Wochen durch die neue Virusvariante entgegensehen könnten, stimmt das auch nicht froh. Ein enger Freund (er ist fast 70 und alleinstehend) hat letzten Monat die Kündigung seiner Wohnung wegen Eigenbedarfs erhalten. Das nimmt ihn verständlicherweise sehr mit. Es ist schwer, ihn aus diesem Loch herauszuholen, gerade in diesen Zeiten. Die Lichtblicke sind im Moment so selten.

Internet

Im Internet mag ich kaum etwas lesen. Wie die Leute miteinander streiten und sich gegenseitig beleidigen ist schrecklich. Die neue Regierung, der ich eigentlich widerwillig doch noch meine Stimme gegeben habe, arbeitet noch nicht so, dass ich mir ein Urteil erlauben möchte. Aber die Auftritte unseres neuen Kanzlers machen wenig Mut. Scholz antwortet nicht auf Fragen, die er in dieser Position einfach beantworten sollte. Wie will man mit dieser Art erreichen, dass die Menschen wieder mehr Vertrauen in die Politik gewinnen? Das sollte aber doch sein Anliegen sein. Wir brauchen wieder Vertrauen, zumindest etwas mehr davon, in unsere Politiker und – das schwindet bedenklicher Weise ebenfalls zusehends, in unsere Institutionen.

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Mein neuer iMac

Ein neuer Rechner, ein Systemwechsel

Übrigens ist dieser Artikel der Erste, den ich mit meinem neuen iMac schreibe. Ich habe mir endlich diesen Wunsch erfüllt und nach Jahrzehnten den Wechsel von einem Windows – System auf macOS gewagt. Die Einarbeitung ist nicht ohne. Klar, die Programme, mit denen ich hauptsächlich arbeite, sind genauso intuitiv zu bedienen, die moderne systemübergreifende Software nun einmal gestrickt ist. Aber alles, was systemnah geschieht, muss ich mir erarbeiten. Und das, obwohl ich doch schon seit ein paar Jahren ein MacBook Pro besitze. Der Finder ist im Vergleich zum Windows-Explorer, über den doch immer so gern geschimpft wird, auch nicht gerade das Tool der Wahl. Für mich jedenfalls noch nicht!

Konfiguration meines flammneuen iMac

  1. IMAC 24″ BLUE/8C CPU/8C GPU PROCESSOR AND GRAPHICS M1 chip with
  2. 8C CPU and 8C GPU NEURAL ENGINE 16-core Neural Engine
  3. MEMORY 16GB unified memory
  4. ETHERNET ADAPTER Gigabit Ethernet
  5. THUNDERBOLT Two Thunderbolt / USB 4 ports USB Two USB 3 ports
  6. SOLID STATE DRIVE 2TB SSD storage
  7. MOUSE AND TRACKPAD MAGIC

Mich hat Microsofts unverschämte Produktpolitik bei der Einführung von Windows 11 geärgert. Ich habe hier darüber geschrieben. Ich konnte das Update installieren, obwohl der Prozessor meines Rechners von 2018 ist, und das nach der Roten Liste von Microsoft eigentlich nicht empfohlen wird. Wie kann man so viele Kunden, so waren die ersten Verlautbarungen von Microsoft, einfach so »brutal« aussperren? Dass nach und nach herauskam, dass das Update dennoch stattfinden konnte, war lange Zeit nicht sicher. Immer noch steht im Raum, dass Systeme, auf denen »unerlaubterweise« das Update läuft, irgendwann von weiteren ausgeschlossen werden könnte. Das wäre doch der Hammer! Wie kann sich ein Unternehmen eine solche Produktpolitik in diesen Zeiten überhaupt leisten? Ganz einfach: Wir machen ja einfach alles mit. Natürlich ist mir klar, dass Apple in dieser Hinsicht auch nicht besser sein dürfte. Aber diese Erfahrung muss ich nun erst noch machen. Ich Moment bin ich genieße ich die tolle Performance und dies wunderbare 4k Display. Dass ich von 32″ nun wieder auf 24″ zurückgegangen bin, stört da – nach etwas Gewöhnung – überhaupt nicht mehr.

Die Bildbearbeitung (Photoshop Lightroom) geht sehr flüssig von der Hand. Selbst sehr rechenintensive Vorgänge werden innerhalb einer vergleichsweise sehr kurzen Zeit abgearbeitet. Ich finde es beeindruckend, wie viel schneller die eingebundene externe SSD über die natürlich im Vergleich zu meinem 3 Jahre alten Windows-System viel aktuelleren USB-Schnittstellen versorgt werden.

Beitragsfoto von (sofern nicht von mir oder nicht Public Domain):

6 Gedanken zu „Noch ein paar Dinge erledigen“

  1. Man, das macht ja richtig Spaß und Freude, mal wieder nur aus dem ganz gewöhnlichen Alltag zu lesen. Ich wünsche dir viel Spaß mit deinem neuen iMac und das du doch noch deine demokratischen Pflichten bei der Wahl erfüllt hast, lese ich auch sehr und hoch erfreut (falls ich dich richtig im Beitrag verstanden habe.) Komm, Horst, wir lassen den noch ein wenig Zeit in der neuen Regierung. Ich finde, so schlecht machen die das gar nicht. Und das ich evtl. ein Lauterbach-Sympathisant werden könnte, hätte ich vor 4 Wochen noch komplett ausgeschlossen.

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    • Hallo Menachem, es ist also so monothematisch. Da verlieren sogar wir Blogger die Lust zum Schreiben. Bei Claudia siehts im Moment ähnlich aus. Meine Frau hat mich überredet. Sie wollte eigentlich nicht mehr zur Wahl gehen. Aber irgendwie beschäftigte sie meine Haltung. Sie fand, dass es nicht zu mir passe, nicht wählen zu gehen. Also haben wir uns bei der Hand genommen und sind zum Wahllokal geschlendert. Und sogar hereingegangen.

      Der Karl macht jetzt von höchster Warte aus die Leute verrückt. Bisher macht er das, finde ich, echt nicht schlecht. 🙂

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  2. Ich bin, was unsere neue Regierung angeht, ebenfalls ziemlich gelassen und gewähre mal großzügig optimistische Vorausschau. Freuen wir uns auch darüber, dass es der Autoindustrie und deren Verbänden (bisher noch) nicht gelungen ist, einen ihrer wohlgefälligen CSU-Kandidaten als Bundesverkehrsminister ins Kabinett zu setzen. So weit ist also von denen unsere Demokratie noch nicht sturmreif geschossen zugunsten vollendeter vetternwirtschaftlicher Abhängigkeit.

    Glückwunsch zum Mac. Vielleicht ist das am Ende doch der bessere Weg als Schei.. Microsoft. Ich habe mir kürzlich mal Gedanken darüber gemacht, was ich tun sollte, wenn mal ein Systemwechsel anstünde (was ich nicht hoffe…). Irgendwie konnte ich mich mit dem Gedanken an eine späte Rückkehr zu Windows nicht anfreunden. Es wäre schlicht erschreckend, und niemand verliert gerne…

    Das Impf Nr. 3 steht bei mir kommenden Montag früh an, fein, noch einen Termin vor Weihnachten bekommen zu haben.

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    • Richtig so, Boris. Bisschen Zeit müssen wir denen geben. Der „Widerstand“ wird schon noch heftig werden. Wenn ich heute Brinkhaus im Bundestag gehört habe, lässt das allemal den Schluss zu, dass diese Idioten von der Union noch nicht wirklich angekommen sind in ihrer neuen Rolle. Immerhin sind die ganzen Nulpen, die uns über Jahre gequält haben, jetzt mal abgeräumt.

      Der Mac wird mir hoffentlich noch ans Herz wachsen. Der Wechsel auf ein neues Betriebssystem ist für fast 70-jährige doch nicht mehr ganz so leicht. Aber das wird schon. Und die Programme, mit denen ich so hantiere, sind ja die gleichen geblieben. 🙂

      Schön, dass du auch kurzfristig die Boosterung erhältst. Damit sind jetzt alle in meiner Familie versorgt. Hoffentlich haben wir Glück und die Sache entwickelt sich anderes, als viele befürchten.

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  3. Das mit dem Führerschein habe ich im Mai erledigt. Zum damaligen Zeitpunkt konnte man das online erledigen. Nur abholen musste ich ihn vor Ort. Das Format des Neuen ist für mich merkwürdig. Nicht größer als eine Scheckkarte. Die Bezeichnung der Führerscheinklassen haben sich auch geändert. Ich habe da kein Durchblick mehr. Im Hause Scheuer ist heute Boostern angesagt. Ich hatte das große Glück zwei Termine im Impfzentrum zu buchen, nachdem ich den ganzen Tag am Notebook die F5 Taste benutzt habe.

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    • @Horst, ich war echt spät dran. Rentner haben nun mal keine Zeit (oder so). Abholen muss ich den neuen Führerschein nicht. Er werde mir zugeschickt. Meine Schwester hatte mir das schon erzählt. Sie hat ihn auch innerhalb weniger Wochen erhalten. Ich habe übrigens darum gebeten, dass mir der alte Führerschein (der graue Lappen) zurückgeschickt wird. Das wurde mir auch zugesagt. Meine Frau und meine Schwestern habens auch so gemacht.

      Schön, dass das mit dem Boostern doch ziemlich gut vorankommt und ihr auch dran seid. Viele Millionen sind inzwischen schon versorgt. Wir haben also alle miteinander keinen Grund über die Fortschritte zu meckern. Das ist doch mal was. Die F5-Taste ist unverzichtbar. Fast wie Command C, Command V… 😃

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