WordPress: Gehst du mit nach „Full Site Editing“?

Bisher bin ich WordPress gefolgt, wenn es um Neues ging. Seit ein paar Tagen ist die Version 5.9 verfügbar. Es wird eifrig am so genannten »Full Site Editing« gewerkelt. Die Möglichkeiten sprengen wohl alles, was wir bis dahin an Entwicklungen, Gutenberg-Editor inklusive, gesehen haben. Noch weiß ich nicht, ob ich die fortschrittlichen Möglichkeiten gut finden soll. Wahrscheinlich werden manche sich mit mir fragen, ob sie diesen Schritt, der zunächst auch ein entsprechendes Theme voraussetzt, mitgehen wollen.

Lieber noch nicht?

Mein Namensvetter Horst Scheuer hat sich jedenfalls noch nicht dazu durchringen können, bei Boris Stumpf läuft hingegen das mit der neuen WordPress-Version 5.9 ausgelieferte FSE-fähige Theme namens »Twenty Twenty-Two».

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Aino und Makoney von Elmastudio

Ich habe mir auf die verschiedenen Schritte in der Entwicklung des Aino – Themes von Elmastudio in unregelmäßigen Abständen angesehen und muss sagen: FSE (Full Site Editing) ist für einen einfachen WordPress – Nutzer eine Herausforderung. Ich sage das, obwohl ich mich mit den Möglichkeiten und dem Einsatz von Blöcken relativ gut auskenne.

Generatepress / Generateblocks

Hier nutze ich schon seit einigen Jahren das fantastische WordPress-Theme »Generatepress« und seit über einem Jahr »Generateblocks». Da fehlt mir nur wenig, um meinen kreativen Momenten freien Lauf lassen zu können. Ich wechsle lieber mal gelegentlich die Schriftarten oder nehme eine Startseite auf, die ich dann aber wieder lösche, weil mir die Google-Performance-Messungen allerlei schlechte Werte anzeigt.

Ich möchte ja nicht, dass meine Leserinnen und Leser zu lange warten müssen, bis der Blog aufgebaut ist. War’n Witz! Bei den heute zur Verfügung stehenden Techniken ist Performance eigentlich kein Thema mehr. Oder? Es ist ärgerlich, wenn ich unter anderem kumulative Layout-Verschiebungen gemeldet bekomme und dann trotz langwieriger Tests nicht immer zu einem positiven Ergebnis komme. Es gibt wirklich tolle Tools und noch mehr Tipps und Tricks zu diesem Thema. Aber helfen tun die auch nicht immer.

Kreativpool

Ich sehe mir regelmäßig neue WordPress-Themes bei Themeforest.net an und staune darüber, wie relativ wenig sich bei grundlegenden Design-Ideen tut. Andererseits sage ich mir dann wieder: was soll man bei einfachen Blog-Designs auch groß Neues bringen?

Die Zeit, dass sich basteltaugliche WordPress-User daran machen kann, mittels attraktiver und bisher gut handhabbarer Blocks ihre Designs stricken, könnte mit der Einführung von FSE bald an ihr Ende gekommen sein. Ich habe wenigstens den Eindruck, dass die neuen Möglichkeiten doch eher was für Profis ist.

Gutenberg immer noch nicht überall beliebt

Wahrscheinlich werden nicht wenige WordPress-Nutzer deshalb immer noch mit Gutenberg auf Kriegsfuß stehen, weil sie sich doch lieber ein fertiges Theme nutzen möchten, als sich in waghalsigen Selbstversuchen, ihr eigenes Template-Design zusammenzuschustern.

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Screenshot Plugin-Seite Wordpress – Gutenberg

Die Entwicklung geht jedenfalls weiter und Gutenberg hat sich als Editor und Basis für Blocks wohl trotz anderslautender Annahmen längst durchgesetzt. Und das, obwohl das Plugin bei den Beliebtheitswerten ja nun immer noch sehr zu wünschen übrig lässt. Es war wohl von den Autoren keine gute Idee, die Bewertungen schon in der ganz frühen Phase zuzulassen. 🙂

  1. WordPress 5.9: Navigation mit Blöcken, Intrinsic Web Design WP Unboxed
  2. WordPress Site Editor: Leitfaden zu Full Site Editing WP Unboxed

Beitragsfoto von (sofern nicht von mir oder nicht Public Domain):

Schreibtisch (c) Horst Schulte

20 Gedanken zu „WordPress: Gehst du mit nach „Full Site Editing“?“

      • Es geht ja noch einfacher:
        Wordpress installieren und nach Vorgaben einrichten.
        Artikel schreiben. Fertig.

        Selbst das mitinstallierte Basistheme (jetzt eben Twent Twenty-Two) kann sofort ohne Veränderungen eingesetzt werden. Das sieht dann eben ganz minimalistisch aus.

        Wer mehr will, fängt halt an, sich ein bisschen einzuarbeiten oder installiert sich ein fertiges Theme mit allem Drum und Dran. Die gibt’s zu Tausenden.

        Früher musste man ziemlich firm in HTML, PHP und CSS sein, um ein eigenes Theme zu bauen. Ich kann mich gut erinnern, hab’s ja selbst gemacht. Heute braucht man das nicht mehr, aber es hilft natürlich, wenn man etwas Durchblick hat…

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  1. Ich hätte gedacht mit der Einführung von Full Site Editing wird die Gestaltung von Websites einfacher?

    Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das eine Weiterentwicklung der WYSIWYG-Editoren und ich brauche kaum noch Kenntnisse in CSS, oder sehe ich das falsch?

    Ich jedenfalls habe mich damit nur am Rande mal beschäftigt. Für meine Bedürfnisse reichen die ergänzenden Style Sheets in einem Child-Theme.

    Die früheren WYSIWYG Editoren blähten allerdings den Quelltext, bzw. die Stylesheets erheblich auf, was zu Lasten der Ladezeit ging. Ich denke aber auch, dass WP sich in die Richtung FSE bewegt. WordPress geht meiner Meinung nach den konsequenten Weg zum CMS. Für einfache Blogs ist WP fast schon zu groß geworden.

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    • Solche Block Themen bestehen, wenn ich es richtig weiß, ausschließlich aus HTML- und nicht wie früher aus PHP-Dateien. Rumbasteln kann man da nicht viel und braucht es auch nicht. Alles soll via Gutenberg erledigt werden. Wenn man aber viel bastelt, ändert und wieder verwirft hat man ganz schnell das Theme zerschossen. Dann bleibt nur ein Reset der Vorlagen. Etwas CSS, um kleinere Dinge wie zum Beispiel das Aussehen von Links zu ändern, ist auch hier nützlich.

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  2. @Peter, man hätte es sich gewünscht. Ich habe den Eindruck, dass die Entwicklung entweder noch zu weit „vorn“ ist oder dass diese Technik doch eher für versierte Nutzer gedacht ist. Im Gegensatz zur Handhabung von Blocks ist das FSE in meinen Augen kompliziert. CSS – Kenntnisse sind eher nicht nötig, dafür ein technisches Grundverständnis, das mir nicht gegeben ist.

    Ich arbeite mit einem Child-Theme von Generatepress und Generateblocks und bin mit der Funktionalität vollauf zufrieden. Da inzwischen auch übermäßig stark anfallende CSS-Styles per WP Rocket oder Perfmatters eliminiert werden könnten (Betas) wird die Performance immer besser.

    Der Weg geht weiter zu CMS. Blogs stellen auch in meinen Augen eher einen zunehmenden Randbereich dar.

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  3. Ich habe damals auch mit Wordpress geliebäugelt. Um das aber zu nutzen, wie Dienste der großen Bloganbieter, muss man für alles Erweiterungen und Plug-ins installieren. Diese muss man aber minütlich kontrollieren, weil die ständig gehackt werden.
    War keine tolle Erfahrung.

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    • Ich denke, WordPress hätte niemals diese Verbreitung gefunden, wenn die Lage so katastrophal wäre, wie du sie beschreibst. Allerdings muss ich einräumen, dass ich seit den fast 20 Jahren, die ich nun dabei bin (zu Beginn meiner Bloggerei noch mit anderer Software) auch zweimal gehackt worden bin. Woran das lag, kann ich nicht sagen. Jedenfalls sicher nicht daran, dass ich mit den Aktualisierungen nachlässig war. Bei mir geht das immer direkt. Seit automatische Updates angeboten werden umso mehr. Kein System ist wirklich sicher vor den Mädels und Jungs, die uns unbedingt zeigen müssen, wie toll sie sind.

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  4. Ich beobachte das noch, mal sehen. Habe ein Testblog mit 5.9 und ein bisschen rumgespielt, versucht, ein neues Theme zu erstellen, was ja nun möglich sein sollte: also einfach und intuitiv ist das – für mich – erstmal gar nicht. Hab es schnell aufgegeben.
    Was nicht heißt, dass ich nicht weiter mitlesend dran bleibe – auf Dauer werden mehr Infos und Tutorials, Beispiele und Themes erscheinen, an denen entlang ich immer mal wieder ausprobieren werden, wie weit ich komme.

    Mein Digital Diary ist nun 22 Jahre alt und hat ein recht individuelles Design. Das hab ich bisher mit kleinen Änderungen durch alle technischen Neuerungen mitgeschleppt. Ich will nicht alle kleinen Besonderheiten für eine Neuerung aufgeben, da warte ich also lieber noch, bis die Stylingfunktionen im Detail klarer werden.

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    • Ich finde FSE auch nicht intuitiv. Vielleicht ist dieses neue Ding eines, das den Entwicklern so ein wenig die Zukunft sichern helfen soll. Schließlich gibt es inzwischen solche Unmengen an guten Themes, dass sich auf diesem Markt vermutlich nur noch wenig bewegt. Deshalb ist diese neue – wenn man so sagen kann- Technologie vielleicht ein Versuch, aus dieser Beengung herauszukommen?

      Ich sehe mir regelmäßig die Veränderungen bei Ellen Bauers Aino Theme an. Der Umgang damit – wieder meine Meinung – ist durch den Ausbau der FSE-Elemente eher schwieriger als leichter geworden. Ich bin bisher jedenfalls mit meinen Versuchen kläglich gescheitert. Dabei habe ich mehr Erfahrung als manch anderer. Aber die reicht halt nur bis zu einem gewissen Punkt. Schnell aufzugeben, ist nicht mein Ding. Aber FSE stellt bisher eine Herausforderung dar.

      Es ist nur zu verständlich, dass du an deinem bekannten Design nicht ohne Not irgendwas ändern möchtest. Da sollte man noch etwas abwarten bis die Dinge sich klarer präsentieren.

      P.S.: Kannst du mir gelegentlich kurz schreiben, ob die Kommentarbenachrichtigung (neu) bei dir funktioniert? Ich habe getestet und keine Fehler gefunden. Aber… Danke. 🙂

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  5. Es wäre mal schön, jemanden zu hören, der nicht wie die meisten von uns durch beständiges Herumbasteln an und häufiges Wechseln von Themes in Sachen Blog- (Web-) Design völlig verbildet ist. Also jemand, der lediglich ein Wordpress-Blog hat, keinerlei Bezug zu Webdesign hat und jetzt erste Versuche unternimmt, mittels FSE auf die Gestaltung seines Blogs Einfluss zu nehmen.

    Für solche Menschen ist FSE ja letzten Endes gedacht…

    Ich jedenfall würde gerne dorthin gelangen, ich habe nämlich keine Lust mehr, mich um HTML und CSS und dieses ganze Zeug zu kümmern. Ich will auch die HTML-Struktur meiner Blogseiten nicht mehr sehen und auch das (die) Stylesheets(s) können mir im Grunde gestohlen bleiben.

    Ich habe gelesen, dass sich das meiste in Sachen FSE bei Wordpress in der ‚themes.json‘ abspielt, worüber ich vielleicht noch etwas in Erfahrung bringen mag. Mehr aber auch nicht.

    Ich glaube, ich werde mal meine persönliche Webdesign-Entwicklung bis heute zu FSE in einem kleinen Blogartikel zusammenfassen… 😉

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