Wir werden frieren und der Strom wird rationiert

Brauchbare Ansagen sind auch von Experten nicht zu bekommen.

LNG-Terminals, so die deutsche Politik, sollten als Übergangslösung ein Ausweg aus der russischen Energieabhängigkeit sein.

Nur – die sollten es ja nun eben auch nicht sein, sagen die, die das immer sagen. Frau Prof. Kemfert beispielsweise. Sie begründet das auch in ihrer unnachahmlich überzeugenden Art:

„Die beste Antwort auf den fossilen Energiekrieg ist die Energiewende mit einem Booster für den Ausbau erneuerbarer Energien, Wärmewende samt Wärmepumpen und dem Einsatz von Biogas sowie der Verkehrswende mit Ausrichtung auf Elektromobilität. Wir müssen so schnell wie möglich eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien und die Elektrifizierung aller Sektoren erreichen“, so Kemfert weiter. LINK

DIW-Energieökonomin gegen den Bau von LNG-Terminals in Deutschland

Booster? Da war doch was.

Wir verfügen im Moment weder über die ausreichende Anzahl LNG-Terminals, noch über solche Terminals, die statt Flüssiggas Wasserstoff aufnehmen könnten. Laut Kemfert brauchen wir keine neuen LNG-Terminals, weil diese nur dafür sorgen würden, dass wir weiter von fossilen Brennstoffen abhängig wären.

Bereits 36 LNG-Terminals gibt es in Europa, weitere befinden sich in Bau und Planung. Die Zeichen für den flächendeckenden Einsatz von emissionsarmem LNG stehen gut und Europa verfügt so schon heute über eine gut ausgebaute Infrastruktur. Der Aufbau von deutschen LNG-Terminals trägt zum weiteren Ausbau der Energiedrehscheibe Nordwesteuropas bei. LINK

LNG-Terminal in Deutschland – Bau des Flüssigerdgas-Terminals

In Deutschland gibts noch keine solchen Terminals.

»Deutschland verfügt als einziger EU-Staat mit Meereszugang über kein eigenes LNG-Terminal. LINK

lng terminals wasserstoff – Google Suche

Stattdessen will sie voll auf die Erneuerbaren und auf Wasserstoff setzen. Der Schönheitsfehler liegt immer noch darin, dass wir weder über die Mengen an Wasserstoff verfügen, noch über die anderen, erneuerbaren Energiequellen.

Frau Kemfert sprach sich nachdrücklich gegen eine Verlängerung der Laufzeiten von Kohle- und Atomkraftwerken aus. Das ist auch gar nicht nötig, denn:

„Eine Vollversorgung aus erneuerbaren Energien in ganz Europa ist in zehn Jahren möglich, wenn wir jetzt den Booster starten.“ LINK

DIW-Energieökonomin gegen den Bau von LNG-Terminals in Deutschland

Wir werden dieses Land in die Grütze fahren, wenn wir ständig nur der einen Sorte Wissenschaftler zuhören und glauben, dass alles, was von diesen Leuten kommt, realistisch ist und die Probleme lösen wird.

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Weil wir in Russland Gas und Öl importieren, finanzieren wir den Krieg, sagt der Herr Professor.

Weg mit Ölheizung, weg mit dem Benziner… sagt Herr Prof. Quaschning.

Der Umweltschützer macht also nebenbei noch ordentlich Umweltpolitik. Er schimpft über die Verbindungen von Gerhard Schröder und Nordstream 2. Das passt ja jetzt voll ins Bild. Schwesigs Stiftung ist – natürlich – auch ein Thema.

Was der freundliche Herr aber nicht verrät, ist das, was ich von diesem Fachmann für Energiefragen eigentlich hören wollte. Ich wollte wissen, woher wir die Energie jetzt nehmen, nicht irgendwann in Zukunft.

Die Wärmepumpe muss her. Nur, wir wohnen zur Miete, wie übrigens 50 % der Einwohner dieses Landes. Ich tue mich schwer damit, diese Investition meinem Vermieter aufzuschwätzen. Gasheizungen und Ölheizungen sollen also ersetzt werden. Aber wie lange dauert ein solcher Switch? Bis zum nächsten Winter sind da keine größeren Veränderungen möglich.

Ich fasse es mal zusammen, auf was die Umweltschützer uns stickum vorbereiten: Dass wir im nächsten Winter frieren und – wenn wir unseren Hintern jetzt nicht endlich hochbekommen und aufs E-Auto umstellen, die Heizung umstellen und die Fenster dicht machen – auch noch einige Winter danach. Wie lange brauchen wir also, um uns vom russischen Gas und Öl unabhängig zu machen? Das weiß keiner. Aber Putin könnte uns die Entscheidung abnehmen. Es ist aufgrund der Sanktionen wahrscheinlich, dass er im Gegenzug die Verbindungen nach Europa kappt. Learning per Aua könnte man das nennen.

Die Einlassungen unserer Energieexperten waren wieder mal überhaupt nicht hilfreich. Denn was Kemfert und Quaschning gesagt haben, wussten wir doch schon vorher.

Beitragsfoto von (sofern nicht von mir oder nicht Public Domain):

4 Gedanken zu „Wir werden frieren und der Strom wird rationiert“

  1. Wir wissen, wie das ausgeht, wenn es konkret wird. Die Deutschen wollten auch den Ausstieg aus der Atomenergie. Schauen Sie sich die Umfragen heute an.

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  2. Wärmepumpen sind auch nicht die Lösung, zumindest nicht für alle. Die funktionieren nur bei Häusern mit maximaler Wärmedämmung, also bei neuen Häusern, weil die zuführende Wärme auf Niedrigtemperatur setzt. Um das richtig nutzen zu können, ist eine Fußbodenheizung wohl ebenfalls unumgänglich. Zudem brauchen Wärmepumpen viel Strom, der idealerweise von den Sonnenkollektoren auf dem Dach kommt. Das alles in einem 30 Jahre alten Haus umzusetzen ist finanziell kaum darstellbar.

    Ich denke, dass unserer gehobenen Mittelschicht inzwischen die Vorstellungskraft abhanden gekommen ist, dass der Normalbürger, auch mit zwei Einkommen, sich solche Investitionen schlichtweg nicht leisten kann.

    Meine Mutmaßung ist, dass ein weiterer Energiepreisanstieg dazu führen wird, dass sich die Leute „schwarz“ im nächsten Winter irgendeinen Ofen an den Kamin flanschen und mit Holz und nötigenfalls mit sonstigen brennbaren Abfällen stochern.

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  3. Das klingt auch nicht toll. Es erinnert an Nachkriegszeiten, in denen man gezwungen war, illegale (Schwarzmarkt) Aktionen durchzuführen, um die Probleme zu lösen, die „nur“ einen anderen Ursprung hatten.

    Wir mit unserer Gasheizung in einem 6 Familienhaus wären bei dieser Methode wohl raus. Radiatoren kommen auch nicht in Frage. Da helfen dicke Pullover und warme Socken. Hoffentlich zieht diese Regierung aus der Lage die richtigen Konsequenzen. Denn über die Privathaushalte hinaus wird unsere Wirtschaft einen bestimmten Grad an Verteuerung auch nicht verkraften.

    Was mich nervt, ist die Behauptung von Leuten, die es eigentlich wissen müssten, dass alles mit erneuerbaren Energien ausgeglichen werden könnte. Ich bestreite ja nicht, dass das irgendwann sinnvoll und auch möglich sein wird (Zweifel habe ich schon!). Aber es wird uns doch nicht kurz- und mittelfristig helfen. Darauf geben weder Kemfert noch Quaschning eine Antwort. Oder habe ich etwas nicht mitbekommen?

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