Der „Focus“ und der deutsche Sinn für Solidarität in der EU – hier: Gasverstromung zur Unzeit

Das ARD Wirtschaftsmagazin »Plusminus« brachte das Thema Gasverstromung zur Unzeit bereits am 20.7.2022. Heute titelt der »Focus«: »Macron sackt unseren Strom ein – und wir zahlen die Zeche». Mit diesem Titel können die Feinde der EU besonders gut umgehen. Das sieht man an den Kommentaren unter dem Focus-Artikel.

Frankreichs AKWs nicht zukunftsträchtig?

Pikant ist, dass Macron die Strompreise für seine Bürger gedeckelt hat. Durch diese Tatsache haben die Franzosen also einen großen Vorteil gegenüber den uns Deutschen drohenden erheblichen Preissteigerungen auch beim Strom. Dass der Staat die Differenz aus Steuermitteln begleichen muss, scheint für viele ganz irrelevant, übrigens wie die Tatsache, dass auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Frankreich nicht mehr von den Bürgern, sondern künftig aus Steuermitteln finanziert wird. Klassischer Fall von rechte Tasche, linke Tasche. Aber alle scheinen diese Zusammenhänge wohl nicht begreifen zu wollen. Hauptsache, man kann sich hinsichtlich der Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wieder was aus den Fingern saugen.

Seltsame Preisfindung, die kaum zu erklären ist. Warum ist der höchste Preis (Gasverstromung) ausschlaggebend?

Die bestimmende Größe für die Preisfindung des Stroms sind die teuersten Erzeugerpreise im Land. Dies sind in unserem Fall die Gaskraftwerke, natürlich wiederum aufgrund der irrsinnig gestiegenen Gaspreise.

Gasverstromung zu horrenden Preisen
Deutsche Stromexporte

Gaskraftwerke liefen im Mai und Juni dieses Jahres auf Hochtouren (wohl auch, wie ich annehme, im Juli und August).

Der Grund hierfür ist, dass französische Atomkraftwerke reihenweise ausgefallen sind. Die Exporte nach Frankreich und Italien befinden sich in diesen beiden genannten Monaten auf Rekordniveau. Das wiederum befördert auch den Strompreis an der deutschen Strombörse in inzwischen schwindelerregende Höhen. Die Preise für Strom werden also ebenfalls steil gehen und werden bald in unseren Rechnungen auftauchen. Italien bezieht übrigens indirekt im Moment ebenfalls viel Strom aus Deutschland, weil die französischen Atomkraftwerke ausfielen. Bisher bezogen sie aus Frankreich viel Atomstrom.

Wir müssen Gas sparen, verstromen aber mehr Gas als jemals zuvor

Halten wir also fest: Wir müssen Gas sparen! Die meisten Deutschen werden diese vier Worte sofort aufsagen, sobald sie aus dem Schlaf gerissen werden. Oder haben Sie das noch immer nicht verinnerlicht? Warum also sollte es beim Strom viel anders sein.

In den Monaten Mai und Juni werden also Rekordmengen von Gas verstromt.

Es lebe die EU – wer ist mal wieder Zahlmeister?

Die Gründe für diesen scheinbaren Widerspruch habe ich bereits kurz dargelegt. Im Video-Beitrag werden die Zusammenhänge detailliert beschrieben. Der Bäcker, von dem die Rede ist, hat übrigens hier in meinem Heimatort Kaster/Königshoven eine Filiale. Sein Hauptsitz befindet sich ebenfalls im Stadt-Gebiet. Ein witziger Zufall in diesem ernsten Zusammenhang.

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Beitragsfoto von (sofern nicht von mir oder nicht Public Domain):

Königshoven / Block auf Königshovener Höhe - Kraftwerke - Windräder (c) Horst Schulte

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