Dumm und dreist – die deutsche Zukunft?

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Horst Schulte

Über 84 Mio. Menschen leben aktuell in Deutschland. Es ist nicht davon auszugehen, dass diese Zahl abnimmt. Ist unsere Zukunft also gesichert? Die Migration und der Krieg in der Ukraine lässt die Experten davon ausgehen, dass die Einwohnerzahl weiter steigt. Die Maßnahmen unserer Regierungsverantwortlichen gegen abgewiesene Asylantragsteller und andere Menschen, die in Deutschland »nur« geduldet sind, sind nicht zielführend.

So ist sicher, auch aufgrund der von der jetzigen Regierung beharrlich nicht erkannten Probleme der Migration und neuer Regelwerke, die den Verbleib bereits abgewiesener Flüchtlinge sicherstellt, dass das Problem nicht nur weiterbestehen wird, sondern sich weiter vergrößert.

Zukunft
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Skepsis und Pessimismus

Nun weiß selbst ein Skeptiker, zu dem mich die schwerwiegenden, ja unverantwortlichen Fehler roter und grüner Politiker werden ließen, dass Deutschland ein massives Fachkräfteproblem hat, das leider an diesem Problem nichts ändern kann. Leider passen die Anforderungsprofile der Unternehmen nicht zum Angebot.

So liegen Millionen von Menschen dem Staat auf der Tasche. Auch solche, die in unsere Sozialkassen noch nichts eingezahlt haben. Aber der Staat schafft diese Mammutaufgabe, – denken viele. Wir sind doch ein so vermögendes Land! Man muss nur dran glauben und darf nicht die Armutsquote des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zu Rate ziehen. Viele Leute scheinen daran zu glauben, dass dieser Staat sich die immer noch wachsenden Ausgaben auch auf Dauer leisten können wird. Wie schwerwiegend diese Fehleinschätzung ist, könnte sich bereits in diesem Winter zeigen. Die AfD wetzt quasi schon die Messer! Ihre Feldorganisationen stehen in den Startlöchern.

In Zukunft kommen weitere Migrationswellen

Spätestens nach 2015, mit der ersten Migrationswelle dieses bisher unbekannten Ausmaßes, folgten Lippenbekenntnisse, die vor allem durch den unvorhergesehenen Krieg Russlands gegen die Ukraine obsolet waren. Allein aus der Ukraine befinden sich fast eine Million Menschen in Deutschland. Die Experten gehen davon aus, dass diese Zahl im Winter deutlich steigen wird. Heil erklärt derweil die Tatsache, weshalb wir die Flüchtlinge aus der Ukraine gegenüber allen anderen bevorzugen (Hartz IV, sofortige Arbeitserlaubnis). So bitter die Umstände sind, so wenig verständlich sind mir die Privilegien, die von unserem Staat gewährt werden.

Wir sehen an keiner Stelle so etwas wie eine Entspannung. Man braucht keine übertriebene Skepsis oder einen Hang zum Pessimismus, um zu sehen, dass dieses Land mit voller Geschwindigkeit gegen die Wand kracht. Man darf quasi schon darauf warten, welche schlimmen Ereignisse zuerst eintreten werden. Sind es die befürchteten sozialen Unruhen, Firmenzusammenbrüche und Massenarbeitslosigkeit, sind es Blackouts, die für die Grünen wohl das leicht vorhersehbare schnelle Ende ihrer Bedeutung im Land bedeuten würde oder wird es der Krieg sein, dessen Eskalation eben nicht allein auf die Kappe Putins geht? Heute haben die Ukrainer mit US-Raketen russische Stellungen in Belarus angegriffen.

Pisa-Studie 2022

Seit über 20 Jahren gibt es die Pisa-Studien, die zu Beginn der 2000 -er Jahre unser Land erschüttert haben. Seither ist viel probiert worden, vielleicht wurde temporär und regional einiges besser? Jetzt liegen Ergebnisse aus NRW vor, die leider belegen, dass die während der Pandemie eingebüßten Fortschritte, nicht etwa aufgeholt wurden.

Die Lage von Viertklässlern stellt sich ziemlich katastrophal dar. Beim Lesen, Schreiben und Rechnen, zeigen die Schüler erhebliche Mängel. Da ist die Rede von ca. 30 oder sogar 46 % der getesteten Schüler, die in diesen Fächern Defizite zeigen. Forscher sprechen von Pisaschock Nummer 2.

Wenn wir nicht in der Lage sind, den lange befürchteten Auswirkungen der Pandemie in dieser Hinsicht auch wegen des vorhandenen Lehrermangels wirksam zu begegnen, frage ich mich, wie sich das auf den heute längst bestehenden Fachkräftemangel auswirken wird. Wie will dieses Land zukunftsfähig werden, wenn wir diesen Rückstand nicht bald aufholen?

Eine der größten Aufgaben liegt brach, weil Politiker vermutlich längst aufgegeben haben. Es scheint sich jedenfalls in diesem Bereich nichts zu tun. Außer natürlich, dass wir die üblichen Erklärungen erhalten. Z.B. hoher Ausländeranteil, schlechte sprachliche Förderung, mangelnde frühkindliche Förderung. Überall herrscht Not. Es gibt zu wenig Lehrer. Die Klassen sind zu groß, die Kitas reichen nicht für die Zahl der vorhandenen Kinder, das Personal ebenso wenig.

Nichts als schöne Worte

Ich frage mich wirklich, was sich unsere Politiker dabei denken, wenn sie den lange bekannten Herausforderungen zwar sonntags schöne Worte entgegensetzen, es ansonsten jedoch an wirksamen Maßnahmen fehlen lassen? Die Politik handelt nicht. Zwar versucht man, die Migration besser zu steuern. Aber über Vorschläge, Expertenmeinungen und Diskussionen hinaus, gibt es keine konkreten Vorstellungen im politischen Bereich. Wie könnte das ablaufen und wie wahrscheinlich wäre die Wirksamkeit der Maßnahmen?

Zum Thema Fluchtursachenbekämpfung hatte ich gerade erst etwas geschrieben. Der auf der Welt wieder zunehmende Hunger muss mit viel Geld bekämpft werden. Aber dafür scheint kein Geld da zu sein. Das geht vorzugsweise in andere Krisengebiete der Welt. Die Trommeln der Ukrainer und der Ost-Europäer sind viel lauter als die der Menschen in Somalia oder Äthiopien. Dort sterben Millionen von Kindern an Hunger, und wir verpulvern buchstäblich unserem »Reichtum«, in dem wir Kriege mit Geld und Waffen unterstützen. Ist das wirklich unser Ernst?

Ich heiße Horst Schulte und bin 68 Jahre alt. Ich lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Bloggen und digitales Fotografieren sind meine Hobbys. Die Themenschwerpunkte hier im Blog bilden Gesellschaft, Politik und Medien.

Mein Motto: ... bloß nicht zynisch werden



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Beitragsfoto von (sofern nicht von mir oder nicht Public Domain):

Pusteblumen (c) Horst Schulte

8 Gedanken zu „Dumm und dreist – die deutsche Zukunft?“

  1. Diese immer währende „Fachkräfteproblem“ – das ist nur eines, so lange die Bezahlung und Arbeitsbedingungen, schlecht(er) sind.
    Und seit ich jung war, wurde immer nur gesagt, Abitur u studieren sei das einzig wahre.
    Daran hat sich nichts geändert – mir scheint es so, es ist genauso gewollt.

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  2. Da bin ich nicht sicher. Die Einkommen in den Pflegeberufen sind m.E. deutlich verbessert, die Bedingungen ebenso. Trotzdem mangelt es weiterhin an Leuten, die diesen Job machen wollen. Aber es gibt auch Handwerksberufe, in denen tatsächlich sehr mies bezahlt wird. Dass Handwerk einmal goldenen Boden gehabt hat, kann man heutzutage nicht glauben. In China wird vieles zentral gesteuert. Da macht nicht jeder Abi und studiert. Aber ob diese Methode wirklich „besser“ ist? Früher sagten die Eltern ihren Kindern gern, dass sie es einmal besser haben sollten. Also sollen sie etwas Ordentliches lernen oder besser noch, weiterführende Schulen und möglichst die Uni besuchen sollten. Heute hat sich das verselbständigt, weil untere Bildungsabschlüsse und Ausbildungsberufe in unserer Gesellschaft leider nicht mehr viel zählen. Vielleicht ändern sich das bald.

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    • Die Bedingungen in den Pflegeberufen hat sich vielleicht von der Bezahlung verbessert, aber es müssen immer noch zu wenig Pfleger* sich um zu viele Patienten* kümmern.
      Ich erinnere mich mal an ganz früher, da war ein Intensivpfleger für max. 2 Patienten zuständig!

      Im Krankenhaus geht es wie am Fließband zu, die Pfleger* haben keine Zeit sich um den Menschen zu kümmern, es muss alles nur schnell gehen.
      Das ist so, seit es nur noch private Konzerne sind, die nur immer mehr Geld verdienen wollen – weil sie es können/dürfen und man sie lässt.

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  3. Es bleibt viel zu tun in der Pflege. Die Fortschritte kommen langsam und der Pflegenotstand ist längst nicht behoben. Nicht einmal den Glauben daran teilen viele Menschen, auch die, die selbst in der Pflege arbeiten. Das ist wohl wahr. Wir haben die Pflege in Deutschland zu viele Jahre sträflich vernachlässigt. Jetzt finden wir nur noch mit Mühe Menschen, die sich dieser Aufgabe verschreiben. Dabei sind wir doch so auf sie angewiesen, weil deutsche Bevölkerung immer schneller altert.

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  4. Jetzt soll es ja richtig Geld regnen, allem voran die Gas- und Strompreisbremse. Aus meiner Sicht brauchen bei weitem nicht alle diese Entlastung, wieder einmal ist mehr Gießkanne als zielgerichtete Entlastung für wirklich Arme.
    (Siehe auch den Post zu meinem gesunkenen Gaspreis unterm Namenslink)

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    • Tolle Nachricht, Claudia. Auch wir sind absolut zielgerichtete Auszahlungen an Leute, die das Geld wirklich nötig haben. Aber man kann das auch privat regeln. Allerdings sollte der Staat in der Lage sein, solche Mittelverteilungen gerecht und auch zeitnah durchzuführen. Hier mangelt es an Organsiation und am Willen, glaube ich.

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  5. Sie können nicht mehr lesen, rechnen und schwimmen gleich gar nicht. Gut, dass Phillipinos die Schiffe steuern, die den Deutschen die Konsumartikel und Produkte zur Veredelung aus Fernost bringen. Erstaunlich, wie die das trotz Corona & Ernergie so schaffen. Ganz ohne Pisa.
    Man könnte meinen, die Altvorderen haben ihren Job hier nicht gemacht.

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